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Logbuch der Anthana << aktueller Logbucheintrag


24.08.2007 
Lat 50° 38,475' N      Lon 000° 16,112' W
Törn nach Westen unter der Küste Englands
Um 0500 UTC für die südliche Nordsee Nördliche Winde 2-3, anfangs diesig, See 1m und für den Ostteil des Englischen Kanals N-NE 4-5, abnehmend 3, strichweise diesig, See 1m.

Schon während der Nachtwache von Thomas II und Klaus briste es auf, doch ohne Skipper wollten sie kein Segel setzen... In der Alleinwache vom Skipper zwischen 0500 und 0800 passieren wir Falls Head querab der Themse-Mündung; Bordzeit bleibt MESZ. Der WInd reicht zum Segeln noch nicht aus und erst als alle wieder gegen 0930 wach sind, setzen wir bei 3-4 Beaufort aus NNE-lichen Richtungen Segel auf SW-lichen Kursen. Seemannschaft und Aufklaren des Tauwerks sind nach einer Woche immer noch Thema... Steffi s Fähigkeiten allein reichen dem Skipper nicht, um den nun eigentlich angezeigten Parasail zu setzen.

Gegen 1500 schläft der Wind wie prognostiziert ein, der Motor muss schon wieder ran, doch eine halbe Stunde später SW-lich von Dungeness können wir bei schönem Sonnenschein mit Vollzeug segeln und die Küste Südenglands von See aus genießen.

Um 1900 haben wir nur noch 1-2 Bft aus E-lichen Richtungen bei westlichen Kursen - also Motor an und siocherheitshalber 60 l Diesel aus den Reservekanistern in den Tank umfüllen, damit es mit Sicherheit für die Nachtwachen reicht. Olli macht sich immer wieder in der Pantry als Smutje verdient! Und dann wieder derselbe Rhytmus: Skipper allein 3 Stunden, Steffi und Olli, Klaus und Thomas II und dann der Skipper wieder allein. Die Paarungen der Nachtwachen scheinen gut getroffen: Steffi mit SKS-Schein und auch Erfahrung im eigenverantwortlichen Führen einer Yacht zusammen mit Olli, der bislang immer nur mitsegelte; Klaus zusammen mit Thomas II, beide SKS-Schein-Inhaber - Klaus mit guten Navigationsfähigkeiten und Thomas II mit Ambitionen, ab dem nächsten Jahr auch Kojencharter-Törns selbst anzubieten.

Um 2244 Bordzeit queren wir den Nullmeridian und haben ab jetzt westliche Längengrade.


23.08.2007 
Lat 52° 09,210' N      Lon 002° 42,786' E
Querung der Nordsee zwischen Holland und England
E-NE um 4, N-drehend, einzelne Gewitterböen, See 1,5-2 m, abnehmend auf ca. 1m. So weit so gut und auch die Vorhersagen für die nächsten Tage lassen hoffen, dass nun mit einem großen Schlag die verlorene Zeit vom Dienstag nachmittag und vom kompletten Mittwoch wieder aufgeholt werden kann - allerdings halt mit zwei bis drei durchgehenden Nachttörns...

Bleibt die Wahl der Route: vor der flämischen Küste gibt es Sandbänke, die bis zu 10 sm weit vor der Küste Untiefen von nur 1 bis 1,5 m erwarten lassen - je nach Gezeitenstand. Und je nach Windstärke nebst Richtung, womöglich gegen die Gezeitenströme, können vor der Leeküste gefährliche Strudel entstehen lassen. Dazu die vielen Verkehrstrennungsgebiete und insbesondere die mögliche Querung der Strasse von Dover, um an die SÜdküste Englands zu kommen führen zum Skippervorschlag, schon jetzt zur Ostküste Englands zu segeln und dann in der Abdeckung der britschen Insel weiter nach Westen zu kommen.

Olli und Klaus haben viel Respekt vor den Entfernungen und den angesagten Nachtörns... Steffi und Thomas II übereden die beiden letztendlich. Um 0800 nochmal Diesel bunkern und 20 min. später sind wir raus aus dem Hafen. Flauer Wind (1-2 Bft) aus NE lassen den Achterspi arbeiten und selbst als der Wind mittags zunimmt, reicht es anbetracht der Welle / Dünung von 1,5 -2 m Welle eben nicht für einen direkten SW-Kurs unter Segeln: die Yacht rollt in der Dünung und der Winddruck reicht nicht aus, um ein Segelschlagen zu verhindern. Der Bullenstander verhindert zwar das Schlagen des Großbaums, aber eben nicht das Schlagen der Latten. Raumes Kreuzen ist der Crew zuviel - also nach rund 2 Stunden segeln heißt es wieder motoren. Nachmittags gesellt sich ein blinder Passagier völlig ausgepumpt (wir sind mitten zwischen Holland und England) dazu und erholt sich an Bord der Anthana.

Nachts haben wir wieder Wachwechsel: erst Skipper allein 3 Stunden, dann Steffi und Olli 3 Stunden, dann Thomas II und Klaus 3 Stunden und dann wieder der Skipper 3 Stunden allein. Die Nachtwache beginnt mit schönem zunehmenden Mond, dessen Schein sich prächtig in der Dünung spiegelt und dazu ein klarer Sternenhimmel...

Die neuen Wettervorhersagen, die über Funk von den verschiedenen Diensten an Bord eintreffen verheißen für unsere Seegebiete 4-5 aus N, so geht der Skipper kurz vor Mitternacht in die Koje.


22.08.2007 
Lat 52° 57,711' N      Lon 004° 46,933' E
Sturmtag in Den Helder
Schon gestern nachmittag nahm der Wind auf Sturmstärke zu und auch in der Nacht heulte es nicht schlecht in den Wanten... Auch für heute sagen alle Wetterdienste nichts anderes als Sturm; also Hafentag und den als Erholungstag für die Crew nutzen - einzig Steffi hat die vorherige Nachtwache scheinbar nichts ausgemacht. Und die Freiwachen konnten ihre freie Zeit in der Nacht nicht so richtig zu schlafen nutzen - die Dünung ließ die Yacht rollen und das war für die meisten zu ungewohnt oder unruhig oder ... Na ja, heute können sie ausschlafen und die Nerven beruhigen.

Im Tagesverlauf entspannen sich die Gesichter zunehmend, die running Gags - 4 Wasser unterm Kiel, der größte Sack, die Klofrau, 50 Liter und natürlich die brühmten K-Themen von Thomas II, der den Skipper immer wieder ansteckt - treten wieder verstärkt auf. Klaus und Olli lassen durchblicken, dass sie eine ganz andere Vorstellung von einem Überführungstörn hatten und nicht wußten, worauf sie sich einliessen. Vielmehr dachten sie an 5,6 oder 7 Stunden segeln, dann schön in einem Hafen in einem Restaurant essen, guten Wein trinken... schlicht La Dolce Vita auf See...

Aber heute ist Hafentag, die Crew besichtigt die Stadt, bummelt, Thomas II schwärmt von den schönen Holländerinnen, Steffi kauft sich einen neuen Fleece-Pulli (der alte wurde in der Nacht von der Reeling geweht), Olli bereitet nachmittags die Paella vor, die der Skipper später zubereitet. Guten Wein dazu und die Seelen haben wieder Ruh...


21.08.2007 
Lat 52° 57,711' N      Lon 004° 46,933' E
Mitsegeln in der Deutschen Bucht in der Küstenverkehrszone
Während der ganzen Wahce von Steffi und Klaus haben wir nur ESE mit 1-2 Bft. Gegen Wachwechselzeit um 0200 lassen sie den Skipper wecken: ein Frachter auf Kollisionskurs - aber noch 5 sm entfernt. Nun ja, der ändert seinen Kurs und alles ist gut. Mangels Wind birgt der Skipper noch das Groß und geht wieder in die Koje - Steffi und Klaus auch, Thomas II und Olli übernehmen bis 0500 die Wache. Außer einem großartigem Sternenhimmel und Sternschnuppen, die schönste um 0500, gibt es keine weiteren Vorkommnisse. Thomas II und Olli lassen den Skipper 10 min länger schlafen, der dann allein die Wache übernimmt.

Um 0300 UTC heißt es zunächst vom DWD E-liche Winde um 3, NE-drehend, langsam zunehmend 6-7 nebst Gewitterböen - dann die Holländer und die widersprechen der Sturmwarnung mit NE 4-5. Später zieht der DWD seine Sturmwarnung zurück. Eine halbe Stunde später dann wieder Sturmwarnung und selbst die Holländer ziehen nach: Sturm mit 7-8 Beaufort, was auch die Engländer mit ihrer Meldung bestätigen.

Die Sturmmeldungen häufen sich im Laufe des VOrmittags, die Crew ist müde und ausgelaugt und hat zu Recht Respekt vor den Naturgewalten - insbesondere auflandige, schon starke WInde gegen den Gezeitenstrom sind in der Nordsee nur mit Vorsicht zu genießen.

Gegen 1200 BZ reserviert der Skipper telefonisch einen Liegeplatz in Den Helder - noch ist es ruhig, aber der Wind hat schon zugenommen und der Himmel bezieht sich. Wir überholen die Lord Nelson, die uns im Morgengrauen überholte und nun vorm Molengat liegt und laufen durch Molengat und Marsdiep. Um 1330 machen wir bei NE 4-5 in Den Helder fest. Nach Ijmuiden oder Scheveningen wäre es anbetracht des aufziehenden Wetters zu weit - ca. 4-6 Stunden und das könnte zu spät sein.


20.08.2007 
Lat 53° 41,504' N      Lon 006° 22,420' E
Auf geht es zum Schleusen, die Elbe und in die Nordsee
SE um 4, Südteil Deutsche Bucht später um 3, zeitweise diesig, See 1m.

Nachdem Schlafen gehen um 2230 heute Aufstehen um 0500, auslaufen um 0710, Logge kontrollieren und ausschleusen. Um 0810 sind wir kurz nach Hochwasser in der Elbe und machen unter Segel gute Fahrt: bis zu 8,5 Knoten Fahrt durchs Wasser und dank des Ebbstroms bis zu 11,5 kn COG. Gegen 1000 passieren wir die Alte Liebe Cuxhaven und um 1005 die Kugelbake - Das Wahrzeichen von Cuxhaven und der offizielle Überfgang der Elbe in die Nordsee. Dort läßt der WInd nach und wir setzen erstmals den Kegel, laufen nördlich von Neuwerk, Scharhön und dem gleichnamigem Riff im Fahrwaaser und queren es bei Tonne 5 um später bei Tonne 1 Kurs auf Jade abzusetzen.

WIr nutzen jede Gelegenheit auch die Genua statt des Kegels zu setzen, laufen dann aber teilweise nur zwischen 4 und 5 kn... sehr wenig für unser geplantes Etmal bis Dover oder Dünkirchen (Dunkerque). Na schauen wir mal...

Gegen 1800 frischt es wieder auf _ es hat sich was zusammen gebraut und eine halbe Stunde später passiert uns eine Gewitterfront mit heftigen Regen. Also Reff 2 rein, Tauwerk wieder aufklaren und kaum sind wir fertig wieder kein Wind...

Um 1800 UTC heißt es: SE um 3, N-NE-drehend, langsam zunehmend um 5, einzelne Gewitterböen, zeitweise diesig, See 1-1,5 m. 5 Beaufort aus N bzw. NE-lichen Richtungen, das wär doch mal was...

Ab 2000 will der Skipper allein seine Wache übernehmen und der Rest der Crew soll die Freiwache zum Schlafen nutzen - aber es ist eine ungewohnt frühe Zeit zum Schlafen... der letzte geht um 2130. Um 2300 Wachwechsel: Steffi und Klaus übernehmen die Wache bis 0200 und sollen den Skipper bei Bedarf wecken. Der versucht im Cockpit zu schlafen, was tagsüber immer gut funktioniert. ABer heute abend nicht... gegen 2400 geht er in seine Koje ... mit dem Bild des Sternenhimmels im Kopf


19.08.2007 
Lat 53° 53,766' N      Lon 009° 08,822' E
Schleusen in den Nord Ostsee Kanal
S-SE 3-4, etwas rückdrehend, mittlere Sicht für die Elbmündung und für die Deutsche Bucht heißt es S-SE 4-5, See 1-1,5 m. Die Wetterprognosen werden wohl nur entscheidend sein, wenn wir heute abend nach dem NOK noch weiter laufen werden, da die 5-Tages-Prognose für Dienstag Sturm verspricht.

0600 aufstehen, nach nur wenig Schlaf, 0800 schleusen und um 1700 sind wir schon in Brunsbüttel, nachdem wir kurz vor Brunsbüttel zus. zu den 145 Liter Diesel in den Reservekanistern nochmal den Dieseltank mit 210 Litern Kapazität gefüllt haben.

Der Skipper der Mobby Dick (erster des Päckchens, an dem wir ales Dritter liegen) brüstet sich mit seiner Seemannschaft und meint wir hätten keine, weil wir seiner Meinung nach viel zu lange Leinen haben. Er würde im Gegensatz zu uns mit 4 Leinen a 3 m Länge festmachen und verlangt gleichzeitig Landleinen von uns...

Mittags während wir durch den NOK motoren (segeln ist nicht erlaubt) bereiten sich Steffi und Klaus intensiv auf die Kartenarbeit vor - inkl. Gezeitentafeln laut ATT und Strönungskarten. Während Andrea, die uns durch den NOK noch begleitet Ruder geht, gibt es unter Deck Crewbesprechung mit Einteilung der Nachtwachen und Besprechung der Spezialitäten der Nordsee und den Gezeiten und worauf es insbesondere zu achten gilt.

Hanna begleitet uns auch durch den Kanal und macht einige Fotos - u.a. von der Schwebefähre bei Rendsburg - ansonsten sei der Kanal doch langweilig....

Nach Rendsburg für eine 1 Stunde drückende Wärme, doch anschließend wieder stärkere Bewölkung und Kühle - also mal wieder ausziehen und später wieder ausziehen.

Schon morgens hatte sich Thomas II mit einem kühlen Bad hervorgetan - noch im Hafen von Holtenau liegend. Der Impeller der Logge drehte sich nicht mehr (eine Woche im Hafen liegen kosten mitunter wieder Seepocken am Impeller). Der Speed over Ground allein reicht uns aber nicht, schließlich werden wir in Tidengewässern segeln und brauchen auch die Fahrt durchs Wasser und so den tatsächlichen Strom ermitteln zu können.

Leider haben Thomas Bemühungen nicht zum Erfolg geführt... so muss der Skipper selbst noch im Hafen von Brunsbüttel ran - das Wasser wird wohl wärmer sein, sieht aber brackig aus, undurchsichtig und sogar mit Öl und Diesel-Spuren auf der Oberfläche versetzt. Mit sowenig Sicht kann der Skipper nix sehen, nur fühlen und findet den Impeller erst im zweiten oder den dritten Anlauf. Die Kälte, das viele Rauchen und die geringe Sicht führen aber irgendwann zum Aufgeben und Olli der Taucher muss ran, der das Problem dann endgültig löst.

Nachmittags kam per NAVTEX die AUfhebung der Sturmwarnung für Dienstag, so dass wir jetzt doch noch im Hafen Brunsbüttel übernachten, was letztendlich erstmal besser ist. Schließlich hat die Crew noch keinen Tag in dieser Zusammensetzung miteinander gesegelt, kennt die Yacht und ihre Einrichtungen noch nicht bzw. nicht mehr genau genug um schon gleich am quasi ersten Tag in einen Nachttörn zu gehen.

Abends essen im Restaurant, Biene holt Andrea und Hanna ab und dann noch mal eine Stunde weitere Sicherheitseinweisung bevor alle erschöpft in die Kojen fallen.


18.08.2007 
Lat 54° 18,804' N      Lon 010° 08,123' E
Start der Überführungstörns: Kiel - Kanarische Inseln
Kann eine Woche kurz sein - für diese Woche Törnpause, die gestern zuende ging, war etliches geplant: vor allen Dingen Überprüfung der Yacht und weitere Vervollständigung der Ausstattung und der Nautischen Unterlagen für die Überführungstörns - natürlich müssen alle Karten auf dem aktuellen Stand sein - seien es die Seekarten vom BSH, die niederländischen, englischen oder spanischen ... die Yachthandbücher, Revierführer, Strömungskarten und, und, und...

Das Rigg und die Segel überprüfen, den Motor warten... bei letzterem meinte doch der erste Mechaniker, dass Wasser im Getriebeöl sei und die Yacht aus dem Wasser gekrant werden müsse und die Simmeringe ausgetauscht werden müßten... Zum Glück kam noch der zweite erfahrene Mechaniker an Bord und überprüfte noch einmal alles gründlich und kam zum Schluss, dass alles in Ordnung sei - kein Wasser im Öl, kein Kranen... und trotzdem kein schönes Gefühl... na ja - einfach laufend überprüfen!

Dann wären noch Termine mit Steuerberater und Wäscherei (18* Bettwäsche komplett und bis zu 48 Handtücher - alles allein für die Yacht), Internet-Auftritt aktualisieren inkl. Webgalerie (will nun Andrea nebenbei machen..., weil der Skipper es mal wieder nicht schaffte), Törnplan für dieses Jahr zu Ende planen und für nächstes Jahr gleich mit - inkl. der Rücküberführungstörns von den Kanaren zurück nach Kiel. Nebenbei auch noch mal was privates und schon kommen wieder Geschenke von Mitseglern an - VIELEN DANK - u.a. an Ramona und Klaus, an Solveig, Barbara und Bernd - einfach schöne Überraschungen, über der Skipper sich ordentlich freut, obwohl er noch nicht einmal zum Bedanken kommt...

Samstag um 1200 kommt die neue Crew: Steffi und Thomas kennen Anthana schon, Olli (Reinhold) und Klaus noch nicht... Wie üblich Sicherheitseinweisung, Bunkern, Sicherheitseinweisung und das Verholen diesmal noach Holtenau, weil wir morgen durch den NOK wollen. Wir treffen scheinbar zu spät in Holtenau ein - alle Restaurants sind schon geschlossen, also TAXI gerufen und ab in die Citi zum Frens (Tapas-Bar) und wieder spät zurück - oder sollen wir sagen früh, da es schon der nächste Tag war?


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